Aufstieg und Niedergang der Atom-Messe Nuclex

Publiziert am 04.01.2016 von

Als Atomkraft noch als Technik der Zukunft anstatt als Sicherheitsrisiko galt, traf sich die Branche an der Atom-Messe "Nuclex" in Basel. 1966 fand sie zum ersten Mal statt, 1981 wurde die Nuclex zum letzten Mal durchgeführt - unter massivem Polizeischutz. 

Der Widerstand gegen Atomkraft wuchs in den 1980er Jahren auch in der Region Basel. Geplante Kernkraftwerke wie jenes in Kaiseraugst wurden nicht realisiert, in Basel-Stadt und Baselland wurden "Atomschutzinitiativen" angenommen. Allerdings war es nicht der wachsende Protest, sondern das Fernbleiben wichtiger internationaler Firmen an der Nuclex 1981, der zu ihrem Ende führte. Die letzte Durchführung im Jahr 1981 musste von einem massiven Polizeiaufgebot gesichert werden.

Die Nuclex fand zwischen 1966 bis 1981 sechs Mal statt und wurde jeweils von Fachtagungen begleitet. Sie zeugte von der Entstehung und Etablierung einer zivilen Atomindustrie und war äusserst erfolgreich, da die Schweiz ihren Markt für Kernenergie nicht gegen aussen schützte und allen Ausstellern die gleichen Bedingungen bot.

Übrigens: Das Interesse an Atomenergie war bereits in den 50er Jahren gross. 1958 gab es eine Sonderschau zum Thema, 1959 zeigten Schweizer Grossfirmen ein Modell für den Bau eines Versuchs-Atomkraftwerks an der Messe.

MCH Group Nuclex 1975
 MCH Group Nuclex 1981 USSR

Bilder: Staatsarchiv Basel Stadt/Privatarchiv MCH Group

Veröffentlicht unter:

Kommentar verfassen