Die Gründung der Züspa für das Zürcher Gewerbe

Publiziert am 29.01.2016 von
MCH Group Züspa Hallenstadion Messe Zürich

Die Arbeitermusik Oerlikon-Seebach spielt auf, bei der Tombola winkt eine Wohnzimmerausstattung. Es ist der 4. Oktober 1949 und soeben hat die 1. Industrie- und Gewerbeausstellung, die Mutter der Züspa, begonnen. Ein Rückblick auf die Anfänge.

"Arbeitsbeschaffung tut not, bevor Krise und Arbeitslosigkeit beginnen. Möge daher diese Schau die geschätzten Besucher und Aussteller ermuntern, Käufe oder Aufträge vorzunehmen " So heisst es im Vorwort der Ausstellung, die vom 4. Oktober bis 10. Oktober 1949 die lokale Wirtschaft ankurbeln sollte. Mehr als 150 Aussteller nutzten die Möglichkeit und präsentierten sich im Hallenstadion Zürich.

Tombola: Wohnzimmerausstattung und Nähmaschine

Dienstag, 4. Oktober 1949, 20 Uhr. Die Arbeitermusik Oerlikon-Seebach und der Handharmonika-Spielring H. Stirnimann spielen zur Abendunterhaltung auf.  Es ist der erste Tag der Ausstellung, die heute Züspa heisst. Bei der Tombola winkt als Hauptpreis eine Wohnzimmerausstattung im Wert von 3'200 CHF, weitere Preise sind ein Kühlschrank, ein Radioapparat, eine Nähmaschine und ein Pelzmantel. Messehallen gibt es noch keine, und so präsentiert sich das Zürcher Gewerbe im Hallenstadion, damals der grösste säulenlose Bau Europas. Mehr als 45'000 Besucher kommen an den zehn Tagen. Der Anfang einer Zürcher Tradition.

Fernsehen, das noch unbekannte Ding

1951 folgt die zweite, 1952 die dritte Ausstellung. Eines der grossen Themen: Das Fernsehen. "Was ist das Fernsehen?", fragt die Branche im Programmheft und antwortet sich sogleich selbst. "Darauf zu antworten, müsste man über die Seitenzahl eines mindestens mittleren amerikanischen Bestsellers verfügen; und die Gefahr, da in Ausdrücken wie "Megahertz", "Ikonoskop" und "Superkonoskop" zu ertrinken, wäre gross." Die Besucher sollten einfach die "mannigfaltigen Möglichkeiten dieser jungen Kunst" erleben. Der Anfang einer unglaublichen Erfolgsgeschichte. Noch immer ist das Fernsehen nicht aus dem Alltag wegzudenken. Die Züspa ist es auch nicht.

Der genaue Zeitpunkt der Aufnahme des Fotos ist unbekannt. 

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