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Einst "Schmuckstück der Muba", heute Weltmesse für Uhren und Schmuck

Publiziert am 16.03.2016 von
Uhren- und Schmuckmesse, Basel 1947 (MCH Group)

Mit 29 Ausstellern an der ersten Schweizer Mustermesse 1917 war die Gruppe "Uhren und Bijouterie" ein eher kleiner Sektor, der jedoch schnell wuchs und sogar während der sechs Kriegsjahre des Zweiten Weltkrieges stattfand. In den 70er Jahren öffnete sich die Uhren- und Schmuckmesse für internationale Aussteller und Besucher. Heute ist die Weltmesse für Uhren und Schmuck der jährliche Branchentreffpunkt für die Luxusgüterindustrie.

Schweizer Uhren waren in der Welt schon Anfang des 20. Jahrhunderts sehr beliebt: ihr Anteil auf dem Weltmarkt betrug im Jahr 1912 rund 90 Prozent. Damit beherrschte die Schweizer Uhrenindustrie den Weltmarkt nahezu komplett. An der ersten Mustermesse 1917 – an der über 800 Aussteller teilnahmen - gehörte die Gruppe "Uhren und Bijouterie" mit 29 Ausstellern allerdings zu den eher kleineren Sektoren. Gezeigt wurden Taschen- und kleine Armbanduhren, Wanduhren und Chronometer. Der Schmucksektor präsentierte vor allem Armbänder und Ringe aus Gold, Modeschmuck aus Emaille sowie Edelsteine und deren Verarbeitung. In den 1920er Jahren litt die Uhrenbranche stark unter der Nachkriegskrise, was sich auch an der Ausstellerzahl an der muba widerspiegelte: 1922 waren nur noch fünf Uhren- und Schmuckproduzenten vertreten.
Doch bereits ein Jahr später verbesserte sich die Situation: 1923 fand erstmals eine (kleine) Kollektivausstellung der Schweizer Uhrenindustrie an der Mustermesse statt, mit 30 Ausstellern. Eine erste "Rekordbeteiligung" gab's im Jahr 1931: zum ersten Mal präsentierte sich die Uhrenindustrie mit einem eigenen Pavillon und 70 Ausstellern an der muba, und im Jahr 1932 erklärte die Messeleitung den Uhrensektor zu einer eigenständigen Fachmesse. Fortan wurden die Messeorganisatoren auch von einem eigenen Patronatskomitee bei der Planung und Durchführung der Uhrenmesse unterstützt.

 

Selbst nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges fand die Uhrenmesse statt, in den Kriegsjahren wurde sie von den Medien regelmässig als "Schmuckstück" der Mustermesse und als Spiegelbild "des starken Willens zum Durchhalten" gelobt. In den Nachkriegsjahren förderte die Messeleitung erste Internationalisierungsbemühungen der bislang streng national ausgerichteten Uhren- und Schmuckmesse.

Mit dem neuen Messedirektor Frédéric Walthard, einem fundierten Kenner der Schweizer Uhrenindustrie, begann in den 70er Jahren die Öffnung der Uhren- und Schmuckmesse für internationale Aussteller. Kurz nach Walthards Ernennung stimmt der Verwaltungsrat einer Statutenänderung zu, die eine Präsentation von Ausstellern und Produkten aus dem Ausland an der Mustermesse 1972 zuliess. 1973 folgte ein weiterer Meilenstein: die Uhrenmesse wurde unter dem Namen "Europäische Uhren- und Schmuckmesse (EUSM)" als selbständige Fachmesse parallel zur Mustermesse veranstaltet. An der EUSM 73 nahmen Aussteller aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien und der Schweiz teil. Die EUSM wuchs rasant und erreichte 1975 mit über 60'000 Facheinkäufern einen neuen Rekord.

Im April 1984 fand die Uhren- und Schmuckmesse erstmals als eigenständige Messe unabhängig von der muba statt, unter dem neuen Namen BASEL 84. Von den 1'550 Ausstellern kamen rund 500 aus der Schweiz, die Mehrheit waren internationale Aussteller. Mit über 2'000 Besuchern aus den USA und 8'000 aus andern Regionen der Welt war sie internationaler als je zuvor. Doch es sollte noch zwei weitere Jahre dauern, bis sich die Uhren- und Schmuckmesse auch Ausstellern aus Übersee öffnete: als erste wirklich internationale Messe gilt die BASEL 86, mit Ausstellern und Besuchern aus den USA, aus Asien und anderen aussereuropäischen Ländern.

In den 90er Jahren wuchsen die Aussteller- und Besucherzahlen stetig und die BASEL wurde mit ihrer internationalen Öffnung zu einer der weltweit bedeutendsten Branchenveranstaltungen, was ab 1995 mit dem Zusatz "Weltmesse für Uhren und Schmuck" auch in der Namensgebung unterstrichen wurde.

Eine neue Dimension erreicht die BASELWORLD (die seit 2003 diesen Namen trägt) im Jahr 2013: zum ersten Mal öffneten sich die Tore zur Weltmesse für Uhren und Schmuck im 430 Millionen CHF teuren Neubau der international renommierten Architekten Herzog & de Meuron. Die meisten Stände in den neuen Basler Messehallen wurden für diese Show ebenfalls neu konzipiert und gebaut und bilden seither einen einzigartigen Mikrokosmos des Luxus, an dem die gesamte professionelle Uhren- und Schmuckwelt jährlich zusammenkommt.

Mehr zur Baselworld.

Bilder: Staatsarchiv Basel Stadt/Privatarchiv MCH Grou; MCH Group

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