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Der Brand von 1923: Die "willkommene" Katastrophe

Publiziert am 03.06.2016 von
Brand der Schweizer Mustermesse in Basel, 1923 (MCH Group)

Eine riesige Rauchwolke stand am 16. September 1923 über Kleinbasel. In weniger als einer Stunde waren vier der fünf Hallen der Schweizer Mustermesse niedergebrannt. Für die Messeleitung allerdings war der Brand im Nachhinein ein Glücksfall.

Als das Feuer um die Mittagszeit des 16. September 1923 ausgebrannt war, waren nur noch Asche und Schutt übrig. Vier der fünf Basler Messehallen, mehr Provisorien denn stattliche Hallen, waren komplett vernichtet. Die spät eingetroffene Feuerwehr konnte nur die Halle V schützen, sie war als einzige nicht aus Holz gefertigt. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

"Eine schwere Katastrophe", titelte die Presse. Doch der Brand kam der Messeleitung eigentlich entgegen. So konnten die Verantwortlichen zügig den Plan für ein "ständiges Gebäude der Schweizer Mustermesse", wie es in der Zeitschrift "Die Schweizerische Baukunst" hiess, umsetzen. Bereits vor dem Brand war ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben worden, um die provisorischen Messehallen zu ersetzen. So manchem kam dieser Zufall daher merkwürdig vor, und die Mustermesse mit ihrem damaligen Direktor Wilhelm Meile wurden gar der Brandstiftung verdächtig.

Nach dem Brand liess die Messe in schnellem Tempo von Mitte November 1923 bis Mai 1924 zwei grosse Betonhallen errichten, darunter einen 90 Meter breiten Kopfbau. Zwei Jahre später folgten weitere Neubauten.

Brand der Schweizer Mustermesse in Basel, 1923 (MCH Group)

Brand der Schweizer Mustermesse in Basel, 1923 (MCH Group) Bilder: Staatsarchiv Basel Stadt/Privatarchiv MCH Group

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