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ITMA – Die Industriemesse der Superlative

Publiziert am 19.09.2016 von
ITMA Basel 1967 (MCH Group)

Fachmessen gibt es in Basel bereits seit den 1950er Jahren. Unter ihnen war die Internationale Textilmaschinen-Ausstellung von 1967 ein einziger Superlativ. Kurioses mussten sich die Macher für die Sicherheit von Ausstellern und Besuchern dieser Fachmesse einfallen lassen.

Bereits drei Monate vor Messebeginn mussten die Produzenten der Textilmaschinen, damals noch ein wichtiger europäischer Industriezweig, die Fundamente und Sockel für die Maschinen bereitstellen. Weil die Maschinen ein Gesamtgewicht von 9'000 Tonnen hatten, wurden die Böden der Messehallen verstärkt und zum Teil gestützt. Doch damit war die Sicherheit von Besuchern und Ausstellern immer noch nicht garantiert. Um die Hallen nicht zum Einsturz zu bringen, durften nie alle Maschinen gleichzeitig laufen.

881 Aussteller aus 18 Ländern stellten auf einer Fläche von mehr als 79'000 Quadratmetern aus. Zum Vergleich: während der ersten Muba standen einer nahezu gleichen Anzahl an Ausstellern lediglich rund 6'000 Quadratmeter zur Verfügung. 

ITMA Basel 1967 (MCH Group)

Sie verkaufte mehr als 110'000 Eintrittskarten und hatte einen enormen volkswirtschaftlichen Nutzen. Während Besucher und Personal der Mustermesse abends nach Hause fuhren, blieben die internationalen Gäste der ITMA in der Stadt und generierten in der triregionalen Grenzregion 200'000 Übernachtungen. Darunter standen den Gästen 6'000 Privatzimmer, ein Schlafwagenzug, eine Kaserne und acht Hotelschiffe zur Verfügung. Die ITMA wurde zu einer Messe der Superlative.

Trotz des Erfolgs kehrte die ITMA nicht in die Schweiz zurück, denn die Textilproduktion verlagerte sich mit dem Ende des klassischen Industriezeitalters der westlichen Welt Anfang der 1970er Jahre nach Asien. 

Fotos: Staatsarchiv Basel Stadt/Privatarchiv MCH Group

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