Baselworld: SARS-Pandemie sorgt für Eklat

Publiziert am 16.11.2016 von
Baselworld in Zürich, 2003 (MCH Group)

Die Nachricht vom 1. April 2003 war leider kein Aprilscherz. Zwei Tage vor der Eröffnung der Baselworld traf das Bundesamt für Gesundheit wegen der grassierenden SARS-Pandemie einen für die Weltmesse verheerenden Entscheid.

Erstmals sollte die weltweit führende Uhren- und Schmuckmesse mit dem Konzept "One Show – Two Locations" nicht nur in Basel, sondern auch in Zürich stattfinden. Sie hätte damit ein Meilenstein in der Schweizer Messegeschichte werden sollen. Dann kam die Anordnung des Bundesamts für Gesundheit: Aufgrund der damals in Asien grassierenden SARS-Epidemie durften die Aussteller kein Personal beschäftigen, das aus China, Hongkong, Vietnam oder Singapur eingereist war. 3'000 Menschen – hauptsächlich am Standort Zürich – waren davon betroffen.

Am Vorabend der Messeeröffnung konnte nur die Hälfte der Stände der 800 Aussteller in Zürich eingerichtet werden. Die Delegation aus Hongkong, damals die drittgrösste Ausstellergruppe, reiste unverrichteter Dinge ab. Die Hälfte der Ausstellungsfläche in der Messe Zürich stand leer. Die Besucherzahlen gingen um 22 Prozent zurück. Und mindestens ebenso schlimm: Der gute Ruf der Baselworld in Asien war arg geschädigt.

Dieser konnte nur dank grosser Bemühungen der Messeleitung wieder hergestellt werden. Der Standort Zürich musste als Teil der Baselworld aufgegeben werden. Stattdessen wurde in Basel ab 2004 für mehrere Jahre zusätzliche Ausstellungsfläche zugemietet und zur Halle 6 als neuer Standort der Länderpavillons umgebaut. Die Investitionen und Bemühungen haben sich gelohnt: Die asiatischen Aussteller blieben der Baselworld treu.

Die SARS-Pandemie von 2002/2003 kostete mehr als 1'300 Menschen das Leben. 

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