Lévy, Kamm, Jenny und Vischer: die "Chefs der Neuzeit"

Nach der 17-jährigen Ära Frédéric Walthards an der Spitze der Messedirektion in Basel wechselten die Verantwortlichen in kürzeren Abständen. Scheiterte der erste noch mit einer gewagten Idee, trafen seine Nachfolger wegweisende Entscheidungen und legten zudem den Grundstein für die heute bedeutendste Kunstmesse der Welt, die Art Basel.

MCH Group Philippe Lévy

Nach der 17-jährigen Ära Frédéric Walthards an der Spitze der Messedirektion in Basel wechselten die verantwortlichen Köpfe in kürzeren Abständen: 1988 folgt Philippe Lévy (Foto oben) ehemaliger Botschafter und Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge, als neuer Generaldirektor. Vor dem Hintergrund einer veralteten Messe-Infrastruktur, dem Ende des kalten Krieges sowie dem Wegfall europäischer Binnengrenzen plante Lévy eine Öffnung der Messe und den Ausbau des Messegeländes im Rahmen einer trinationalen Erweiterung. Aus der Marke "Schweizer Mustermesse" wird – in Anlehnung an andere europäische Messeplätze wie die Messe Frankfurt oder die Leipziger Messe – neu die "Messe Basel".

Im August 1993 entscheidet der Verwaltungsrat der Schweizer Mustermesse, die Pläne für eine Verschiebung des Standortes im Rahmen einer trinationalen Messe nicht weiter zu verfolgen. Philippe Lévy tritt daraufhin als Generaldirektor zurück, es folgt ad interim Dr. Paul Wyss von 1993 bis 1995. Wyss besinnt sich auf das Konzept der "Messe in der Stadt". Nächster regulärer Messedirektor wurde der Ingenieur und Manager Hans Hagenbuch, der von der Elektroindustrie zur Messe Basel kam und das Unternehmen bis 1997 leitete. Nach kurzer Amtszeit und seinem Abgang folgte der erfahrene Messespezialist Jürg Böhni als Vorsitzender der Geschäftsleitung von 1997 bis 2002. In dieser wechselvollen Zeit fielen wichtige Weichenstellungen wie die Umwandlung der öffentlich-rechtlichen Genossenschaft Schweizer Mustermesse in die spezialrechtliche Aktiengesellschaft Schweizer Mustermesse AG, die Fusion der Messe Basel und der Messe Zürich zur Messe Schweiz und die erste Durchführung der Art Basel in Miami Beach als Ergebnis der konsequenten Internationalisierungsstrategie.

2003 übernimmt der Ökonom René Kamm den Vorsitz der Gruppenleitung, später CEO der MCH Messe Schweiz AG. Er treibt die Internationalisierung und Diversifikation des Unternehmens weiter voran.

MCH Group René Kamm(René Kamm)

Übrigens: Mehr personelle Konstanz herrschte im Präsidium des Verwaltungsrates unseres Unternehmens: Der Präsidentenstab ging von einem Politiker – Regierungsrat Kurt Jenny (bis 1994) an einen Mann aus der Privatwirtschaft über – Robert A. Jeker (1995 bis 2005) und seit 2006 an den Anwalt Dr. Ulrich Vischer, der sowohl in der Politik wie in der Privatwirtschaft zuhause war. Schon als Basler Regierungsrat hatte Vischer nämlich im Verwaltungsrat der Schweizer Mustermesse mitgearbeitet.

MCH Group Ulrich Vischer(Ulrich Vischer)

Bild Lévy: Staatsarchiv Basel Stadt/Privatarchiv MCH Group