India Art Fair 2017: Seltene Fotos von Mahatma Gandhi und weitere Highlights

Publiziert am 25.01.2017 von Christoph Spangenberg

Seltene Fotos aus dem Leben Mahatma Gandhis, Kunstwerke von einer gefährlichen Grenze in den Bergen, Museumsdirektoren und bekannte Privatsammler im Gespräch: An der India Art Fair in Neu-Delhi stellen vom 2. bis 5. Februar 2017 die führenden Galerien und Künstler aus dem südasiatischen Raum aus. Wir zeigen einige Highlights der Messe, die seit 2016 zu den Regional Art Fairs der MCH Group gehört.

India Art Fair 2017 (MCH Group)

1.Art Projects 2017: Seltene Fotos von Mahatma Gandhi und 15 weitere kuratierte Projekte

Drei Bedingungen hatte Mahatma Gandhi an seinen Neffen Kanu Gandhi, damit dieser ihn fotografieren durfte: Er dürfe niemals den Blitz nutzen, Mahatma nicht zum Posieren auffordern und werde keine finanzielle Unterstützung vom Ashram, einem klosterähnlichen Meditationszentrum, erhalten. Kanu liess sich darauf ein. Ihm gelangen aussergewöhnlich seltene und intime Einblicke in das Leben des berühmten Widerstandskämpfers. Eine Auswahl der aufwändig restaurierten Fotos zeigt die PHOTOINK Gallery an der India Art Fair (Foto unten; Photograph courtesy Kanu Gandhi and PHOTOINK). 

Preview of India Art Fair 2017 (MCH Group)

Die Ausstellung der Gandhi-Fotos ist Teil der "Art Projects". 16 kuratierte Kunstprojekte von bekannten indischen und internationalen Künstlern verteilen sich über den Innen- und Aussenbereich der Messe. Erstmals in Indien ausgestellt wird "All The Flowers Are For Me" der pakistanisch-amerikanischen Künstlerin Anila Quayyum Agha (Foto unten). Die von der Aicon Gallery gezeigte skulpturelle Installation greift die Schönheit, Identität und Weiblichkeit von Aghas Mutter auf. Ein weiterer Höhepunkt: Die Installation "Taj Mahal", hergestellt aus mehr als 250 Miniaturversionen des berühmten Mausoleums.

India Art Fair 2017 (MCH Group)

2.Platform: Ein einsamer König und ein Kunstprojekt von einer gefährlichen Grenze

Meterhohe Zäune, bewaffnete Soldaten: Die Grenze zwischen Indien und Bangladesch im Khasigebirge gilt als eine der gefährlichsten der Welt. In dem Grenzgebiet haben der Britto Arts Trust aus Bangladesch und das indische Shelter Promotion Council die gemeinschaftliche Kunstaktion "No Man's Land" veranstaltet. Beidseits der Grenze haben die Künstler mit Materialien, die sie vor Ort fanden, gearbeitet. Höhepunkt: Ein kurzes Treffen von Teilnehmern beider Länder unter Aufsicht der Grenzwache. Mit der Aktion im Jahr 2014 wollten die Künstler Aufmerksamkeit auf die Region lenken und zeigen, dass die Mauer nicht nur Menschen, sondern ganze Lebensräume trennt und von den Menschen nur physisches Objekt wahrgenommen wird. An der India Art Fair 2017 präsentieren Britto Arts Trust und Shelter Promotion Council das Projekt mitsamt Videos und einigen Kunstwerken.

India Art Fair 2017 (MCH Group)

Die Ausstellung ist Teil des Bereichs "Platform", in dem die besten etablierten und aufstrebenden Galerien, Künstler und Künstlerkollektive aus dem südasiatischen Raum ausstellen. Weitere Teilnehmer sind die Galerie Blueprint 12 aus Neu-Delhi (das Foto oben zeigt die Skulptur "The Lonely King" des Künstler Mahbubur Rahman), das Nepal Art Council aus Kathmandu sowie das Theerta International Artists' Collective aus Kolombo, Sri Lanka.

3.Speaker's Forum: Globalisierung, Digitalisierung und Einblicke von Privatsammlern

Welchen Einfluss haben Social Media auf den kulturellen Dialog im 21. Jahrhundert und wie hat sich die Kunstwelt in einer immer digitaleren Welt entwickelt? Wie gehen bekannte Privatsammler beim Aufbau ihrer Kunstsammlung vor? Wie sieht die Zukunft von Museen in einer globalisierten Welt aus?

India Art Fair 2017 (MCH Group)

Im Speaker's Forum der India Art Fair diskutieren Künstler, Kuratoren, Mäzene und andere Personen aus der Kunstszene in insgesamt zehn Panels über aktuelle Themen. Zu den Teilnehmern zählen u.a. Richard Armstrong (Director Solomon R. Guggenheim Museum and Foundation), Sheena Wagstaff (Leonard A. Lauder Chairman of Modern and Contemporary Art, The Metropolitan Museum of Art), Dr. Thomas Girst (Head of Cultural Engagement BMW Group), Sheikha Hoor Al Qasimi (President and Director of the Sharjah Art Foundation), Simon Rein (Projektmanager Google Cultural Institute), JaiJai Fei (Digital-Direktor Jüdisches Museum New York) und Moenen Erbuer (Head Design & User Experience, MCH Group). 

4. Art on Film: genreübergreifende Kunstwerke

Es geht um Familie und verlorene Liebe, um Aberglauben, Beziehungen und die Notlagen, die die Menschen in indischen Chawls, ähnlich hiesigen Mietkasernen, zusammenhalten. Die  auf einer Geschichte des berühmten indischen Malers Bhupen Khakhar basierende Fabel "Watermelon, Fish and Half Ghost" (Foto unten) erforscht das Konzept der unendlichen Zeit und den Lebenszyklus der Menschen in einem Chawl im alten Bombay. Das Werk ist Teil des Filmprogramms "Art on Film", das nach seiner erfolgreichen Premiere im Vorjahr fortgesetzt wird.

India Art Fair 2017 (MCH Group)

"Art on Film" erforscht die Schnittmenge von Filmproduktion und bildender Kunst in Indien seit den 1960er Jahren und zeigt, wie Filmemacher und Künstler genreübergreifend zusammenarbeiten. Weitere Highlights: "Events in a Cloud Chamber", zugleich Eröffnungsfilm und Premiere eines Remakes von einem Film aus dem Jahr 1969 sowie die Filme "Atul" und "The Colour Blue: Are you there Krishna?" über Atul Dodiya und Arpita Singh, beides wichtige Künstler an der India Art Fair.

Die India Art Fair findet vom 2. bis 5. Februar 2017 in Neu-Delhi statt. Alle Informationen und das komplette Programm unter www.indiaartfair.in

Die India Art Fair ist Teil der Regional Art Fairs der MCH Group. Die Live-Marketing-Unternehmensgruppe baut derzeit ein globales Portfolio mit führenden regionalen Kunstmessen auf und möchte damit zur Stärkung der regionalen Kunstmärkte beitragen. Das Portfolio wird durch Kooperationen mit erfahrenen Partnern in Form von Joint Ventures, Akquisitionen oder Lancierungen neuer Projekte aufgebaut. > Mehr Informationen.
Christoph Spangenberg

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