Global Exhibitions Day 2017: Was uns Messen bedeuten

Publiziert am 07.06.2017 von Christoph Spangenberg

Messen sind Spiegelbilder innovativer Branchen und Handelsplätze von enormer wirtschaftlicher Bedeutung, Trendsetter und Erlebnisorte. Das dürfen wir seit 100 Jahren miterleben, denn seither veranstalten wir Messen bereits. Zum heutigen Global Exhibitions Day, dem Aktionstag der internationalen Messewirtschaft, haben wir fünf Messeleiter der MCH Group gefragt, was ihnen Messen bedeuten.

Global Exhibitions Day 2017

"Messen bieten Eindrücke, die via Schrift und Bild nicht möglich sind"

Die Messe ist für mich ein Ort der Erlebnisse. Nicht (nur) zum Vergnügen, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht. In der heutigen stark digitalisierten Welt scheint der direkte Kontakt zwischen Kunde und Anbieter immer mehr in den Hintergrund zu rücken. Informationen werden per E-Mail ausgetauscht, Produkte via Onlineshop angeboten. Trotzdem wird man auch bei intensiver Suche kaum ein Unternehmen finden, welches eine bedeutende finanzielle Investition tätigt, ohne seinen Partner vorher zumindest einmal persönlich getroffen zu haben. Das konkrete Erleben eines Menschen oder eines Produktes ermöglicht es, sich einen Eindruck zu verschaffen, der für eine korrekte Einschätzung essentiell ist und der sich via Schrift und Bild nicht erreichen lässt. Und für genau diese Art von Erlebnis bietet die Messe eine Plattform, die heute – und meiner Meinung nach auch in Zukunft – unersetzbar ist.

Dominique Dresel (MCH Group)

Dominique Dresel
Messeleiterin Igeho und Mefa
Basel


"Die Geschichte der Messebranche ist spannend und facettenreich"

Wenn ein Besucher an einen anderen Ort gebracht und dort dazu gebracht wird, Zeit, Ressourcen oder Gedanken in eine Idee zu investieren, zeichnet das für mich die Genialität und Macht von Messen aus und zeigt, was Messen auf der ganzen Welt leisten können. Die Geschichte der Messebranche ist spannend und facettenreich und in vielerlei Hinsicht inklusiv, denn Messen verbinden Menschen, Partnerschaften und Möglichkeiten.   

In Indien wurde dieses Potenzial im Laufe der letzten zehn Jahre höchstens sehr oberflächlich genutzt. Wir hoffen, mithilfe von globalen Partnern wie der MCH Group die bestehenden Kapazitäten und die Dynamik der gesamten Branche in dieser Region nun besser nutzen zu können. Durch Geschäftsideen, die live, global, sozial und gut zu vermarkten  sind, wollen wir unsere Besucher einbinden, inspirieren und vielleicht sogar herausfordern.

Neha Kirpal (MCH Group)

Neha Kirpal
Messeleiterin India Art Fair
Neu-Delhi

 

"Ein einmaliger und vielseitiger Begegnungsort"

Eine Ausstellung, welcher Art sie auch sein mag, übt eine Art Magie aus. Innerhalb weniger Tage bildet sich eine kleine Stadt in den leeren Messehallen. Eine kleine Stadt, die  meiner Meinung nach nur ein einziges Ziel hat, nämlich die Leute glücklich zu machen. Unser Ziel besteht darin, Beziehungen zwischen den Menschen zu knüpfen, zwischen Ausstellern und Besuchern, dafür Sorge zu tragen, dass Besucher die von unseren Ausstellern angebotenen Produkte und Dienstleistungen finden können. Wenn uns das gelingt, dann haben wir es geschafft: Wir tragen wesentlich zur Befriedigung aller Beteiligten bei. Wir machen Sie glücklich und sind selbst glücklich dabei.

Eine Ausstellung ist ein einmaliger und vielseitiger Begegnungsort. Seit dem Anfang meiner Karriere in dieser Branche habe ich Messen in den verschiedensten Bereichen organisiert: Antiquitäten, Haustiere, Naturmedizin, Bau, etc. Nie hätte ich es für möglich gehalten, so viele verschiedene Leute zu treffen. Dies bewegt uns dazu, stets unser Verhalten den Leuten anzupassen. Vom Geschäftsführer eines Grossunternehmens bis zum Handwerker: Jedem sollte man zuhören, seine Bedürfnisse verstehen und für jeden Gesprächspartner ein Umfeld gestalten, welches zur Wertschöpfung beiträgt.

Die Zukunft der Messen ist komplex, weil sich das Wettbewerbsumfeld drastisch verändert hat. Die Fachmessen konkurrenzieren kaum noch. Die Publikumsmessen müssen sich den neuen Konsumgewohnheiten stellen. Demzufolge muss auch das Angebot immer hochqualifizierter und spektakulärer dargestellt werden, um Emotionen zu bewirken. Emotionen, die der Besucher nirgendwo anders finden wird. Die Zukunft der Messen liegt in einer grösseren Spezialisierung, um gezielte Besuchergruppen treffen zu können. Besteht unsere Industrie nicht eben darin, dass Angebot und Anfrage sich unter einem Dach während einiger Tage in einem schönen und angenehmen Rahmen treffen können, mit dem Ziel, die Geschäfte aller Parteien zu fördern?

Yann Tellenbach (MCH Group)

Yann Tellenbach
Messeleiter Habitat-Jardin
Lausanne

   

"Eine attraktive Live-Marketing-Plattform mit vielfältigem Nutzen"

Messen sind im Wandel. Nicht mehr der Verkauf von Quadratmetern steht im Vordergrund, sondern die Bereitstellung von einer attraktiven Live-Marketing-Plattform mit vielfältigem Nutzen. Ich bin überzeugt, wenn wir uns den Herausforderungen stellen, werden Messen auch in Zukunft eine sehr hohe Relevanz im Markt haben. Aber wir alle sind gefordert und unsere Rolle verändert sich stark. Nicht der Prozess und die Abwicklung dürfen im Zentrum unseres Handelns stehen, sondern das Bedürfnis der Märkte und unseren Kunden. Die Marktverhältnisse verändern sich in vielen Branchen immer schneller, dies fordert von uns eine hohe Agilität und proaktives Handeln.

Ich persönlich freue mich auf diese spannende Aufgabe und begrüsse einen stärkeren Austausch zwischen den Messen und Messenplätzen. Wir alle haben ähnliche Herausforderungen und können stark voneinander lernen. In einer Zeit, in welcher viele von uns neue Wege gehen, gehören Leerläufe dazu. Ein offener Austausch hilft uns gegenseitig voneinander zu profitieren und unnötige Irrwege zu vermeiden.

Daniel Nussbaumer (MCH Group)

Daniel Nussbaumer
Messeleiter Muba, Basler Herbstwarenmesse
Basel


"Die Digitalisierung wird Messen nicht ersetzen, bietet aber neue Werkzeuge zur Ergänzung"

Mein erster Messebesuch vor rund 25 Jahren hat bei mir die Faszination und Leidenschaft für Motorräder ausgelöst und meinen beruflichen Werdegang wesentlich beeinflusst. Das "Motorrad-Virus" hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Als Messeleiter der SWISS-MOTO ist es mein Ziel, unsere Besucher und Besucherinnen ebenfalls mit dem "Motorrad-Virus" zu infizieren und damit die motorisierte Zweiradbranche zu stärken.

Eine Messe mit guten Konzept und kreativen Ideen bietet schier unendlich viele Möglichkeiten Emotionen zu wecken und Themenbereiche eindrücklich ins Rampenlicht zu stellen. Ich bin überzeugt, dass die "Digitalisierung" eine Messe mit gutem Konzept niemals ersetzen wird. Vielmehr glaube ich, dass sich solche neue Technologien sinnvoll mit unseren Live-Marketing Plattformen verknüpfen lassen werden und uns neue interessante Werkzeuge bescheren werden.   

Yves Vollenweider (MCH Group)

Yves Vollenweider
Messeleiter SWISS-MOTO, SWISS-CUSTOM
Zürich


Der Global Exhibitions Day wurde erstmals im Jahr 2016 von der UFI, dem Verband der internationalen Messewirtschaft, ins Leben gerufen. Mehr Infos unter http://www.ufi.org/industry-resources/global-exhibitions-day/

Christoph Spangenberg

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