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Neue Technologieplattform PRNCPL: Wie zwei Gründer den Besuch von Kunstmessen revolutionieren wollen

Publiziert am 02.11.2017 von Christoph Spangenberg
The PRNCPL team and the app (MCH Group)

Zwei New Yorker Gründer wollen den Besuch und das Datenmanagement von Kunstmessen revolutionieren. Mit PRNCPL haben Moenen Erbuer und Tobias Boonstoppel von der MCH Group (auf dem Foto von rechts nach links) eine neue Technologieplattform entwickelt, mit der sie Veranstalter und Galerien vernetzen. Die ergänzende App vernetzt per Bilderkennung die realen Kunstwerke mit dem digitalen Messekatalog. Die App kommt erstmals bei der Art Düsseldorf zum Einsatz. Ein Interview mit Moenen Erbuer, Head of Design & UX.

Moenen, ihr habt eine neue App entwickelt, mit der ihr den Besuch von Kunstmessen grundlegend verändern wollt. Wie wird das aussehen?

Das Erlebnis «Kunstmesse» hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich weiterentwickelt und die Einführung von neuartigen, digitalen Lösungen ist in der Branche längst überfällig. Unter Besuchern und Sammlern ist es schon lange üblich, Kunstwerke und ihre Beschriftungen zu fotografieren – dies greift unsere App auf. Dank ihrer wohl herausragendsten Funktion kann der Besucher Kunstwerke (oder deren Beschriftungen) scannen und erhält in Echtzeit Informationen dazu. Die App identifiziert das fotografierte Kunstwerk und liefert alle relevanten Informationen, einschliesslich eines Fotos in hoher Bildqualität, der Kontaktdaten des Ausstellers sowie aller zusätzlichen Informationen, die die Galerie zur Verfügung stellt, etwa Medium, Grössenangaben und Preis des Werks. Allerdings wird nicht jedes Kunstwerk problemlos erkannt – vor allem Skulpturen, Videos oder Kunstwerke mit reflektierender Oberfläche stellen für die App eine Herausforderung dar. Die Besucher können daher auch die Beschriftung des Objekts fotografieren und so die entsprechenden Informationen abrufen.

Damit verbindet ihr die realen Kunstwerke mit dem klassischen Katalog und einer digitalen Erfahrung. Wie profitieren Sammler und die ausstellenden Galerien noch davon?

Sammlern bietet die App eine einfache, benutzerfreundliche Oberfläche, mittels der sie einen Überblick über die Ausstellungsobjekte, die ihnen am besten gefallen haben, behalten können. Gleichzeitig können sie über die App alle Details abrufen, die sie benötigen, um mit den Galerien vor, während und nach der Ausstellung in Kontakt zu treten. Der Sammler erhält sogar ein professionelles Foto des Kunstwerks, das die in ungünstigem Winkel aufgenommenen und schlecht beleuchteten Fotos des Mobilgeräts ersetzt. Die App bietet Sammlern und Kunstberatern die Möglichkeit, Kunstwerke mühelos mit Kunden, Freunden oder Followern in den sozialen Netzwerken zu teilen. Den Galerien kommen die zusätzliche Aufmerksamkeit und das reibungslose Erlebnis für die Sammler zugute – schliesslich soll die App sie auf diese Weise beim Verkauf ihrer Objekte unterstützen.

Sequence of the PRNCPL App (MCH Group)

Die App wird erstmals für die Premiere der Art Düsseldorf eingesetzt werden. Gibt es bereits weitere Partner?

Für die Einführung unserer App hätten wir kaum einen besseren Partner als die erste Art Düsseldorf finden können. Walter und Andreas (die Gründer der Art Düsseldorf) haben das Potenzial der App sofort erkannt. Als Nächstes werden wir voraussichtlich mit der indischen Kunstmesse India Art Fair zusammenarbeiten. Sie ist ebenfalls Teil der Regional Art Fairs der MCH Group. Zudem befinden wir uns derzeit im Gespräch mit einigen anderen Veranstaltungen dieser Art.

Die App ist ein Modul von PRNCPL, einer neuen Technologieplattform, die du mit deinem Partner Tobias Boonstoppel für die MCH Group entwickelt habt. Was ist die Idee hinter PRNCPL?

PRNCPL ist eine neue Technologieplattform für die Kunstbranche. In erster Linie unterstützt PRNCPL Kunstmessen bei der Verwaltung ihrer Daten und bietet den teilnehmenden Galerien, Sammlern und Besuchern das bestmögliche digitale Erlebnis. Kunstmessen stehen an der Spitze des Marktes für zeitgenössische Kunst und bieten viel Potenzial für Optimierung und Wachstum. Wir sind dabei, die digitale Infrastruktur auszubauen, die es den Kunstmessen ermöglicht, zu wachsen, und wir sind bereit, dafür bis an die Grenzen des Möglichen zu gehen. Wir unterstützen in erster Linie die Regional Art Fairs der MCH Group, jedoch denken wir noch weiter. Wir wollen die gesamte Branche revolutionieren.

PRNCPL ist aus Curiator entstanden, einer Plattform für Kunstinteressierte, die ich mit Tobias gegründet habe und die 2016 von der MCH Group übernommen wurde. Um keine Verwirrung zu stiften, entwickelten wir das Unternehmenskonzept hinter Curiator als separates Projekt weiter. Schlussendlich wird jedoch alles zusammenhängen und Teil des gleichen Ökosystems sein.

Was waren die Herausforderungen bei der Entwicklung von PRNCPL?

Die Datenstruktur des Datenbanksystems ist sehr komplex. Der Aufbau eines ausserordentlich komplizierten Systems mit einer einfach zu bedienenden Benutzeroberfläche stellt eine grosse Herausforderung im Bereich der User Experience dar. Da unsere App auch offline funktionieren sollte, konnten wir nicht auf eine bereits bestehende Bilderkennungslösung zurückgreifen – wir waren gezwungen, etwas Neues zu entwickeln. So sahen wir uns mit einigen technologischen Herausforderungen konfrontiert und verbrachten eine ganze Weile damit, unzählige Prototypen zu erforschen und zu entwickeln und verschiedene Dinge auszuprobieren. Die optische Zeichenerkennung für die Kunstwerkbeschriftungen brachte wiederum eigene Herausforderungen mit sich, insbesondere aufgrund der großen Ähnlichkeit zwischen einigen Schriftzeichen. All diese Herausforderungen mussten wir innerhalb eines sehr straffen Zeitplans bewältigen. 

> App Download: www.art-dus.de/app
> Test der Bild- und Labelerkennung: www.bit.do/art-dus-artworks
> Vorschau der App: www.prncpl.com/app/preview
> PRNCPL Pressekit: www.bit.do/prncpl-press-kit

Christoph Spangenberg

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