Zurück zur Übersicht

Self-staging als Marketinginstrument: Wie "instagrammable" ist Ihr Event?

Publiziert am 05.09.2019 von Harry Hofstetter

Smartphones haben das Besucherverhalten an Veranstaltungen und Events grundsätzlich verändert. Die Besucher möchten nicht nur das Live-Erlebnis geniessen, sondern dieses unmittelbar mit ihren Freunden teilen. Sie posten und streamen live über Social-Media-Kanäle wie Instagram, Snapchat, Whatsapp oder Facebook. Reichweite und Bedeutung dieser Kommunikationsform werden nach wie vor unterschätzt. Entsprechend vernachlässigen es viele Veranstalter, Marken oder Sponsoren, für ihre Besucher gezielte Selbstinszenierungsmöglichkeiten zu schaffen, über die sie sich bewusst in Szene setzen können.

Deutlich mehr als 50 Prozent der Eventbesucher, insbesondere jüngere Zielgruppen, teilen ihre Erlebnisse über digitale Kanäle. Dafür muss ihnen allerdings die Möglichkeit geboten werden. Während in den vergangenen Jahren mehrheitlich Bilder und Kommentare verbreitet wurden, steigt aktuell der Anteil an Video-Botschaften und Live-Streamings massiv. Die Beiträge der Besucher sind authentisch, zeitnah und emotional. Während Beiträge von Veranstaltern oder Brands vermehrt ausgeblendet oder ignoriert werden, geniessen Posts aus unserem direkten Umfeld, aus der Community, eine hohe Aufmerksamkeit, maximale Relevanz und Glaubwürdigkeit. Dieses sogenannte Empfehlungsmarketing (Word of Mouth) gilt gemäss Studien als wirkungsvollster Kanal in der Medienwelt. Viele Veranstalter und Marken haben Wirkung wie auch Reichweite dieser Kommunikationskanäle noch nicht als Chance erkannt. 

Wie aber sollen Selbstinszenierungsangebote geschaffen werden? Je nach Art der Veranstaltung sind geeignete Projektionsflächen bereits vorhanden. Grundsätzlich steht jede Bühne im Rampenlicht und es ist davon auszugehen, dass diese von den Besuchern auch per Video oder Foto festgehalten wird. In diesem Fall gilt es, die Inszenierungsfläche entsprechend auszuschmücken, um die gewünschte Wiedererkennung zu erreichen. Zahlreiche Festivals zieren ihre Bühnen-Dächer mit ihrem Namen oder dem Hashtag des Events. Doch viele Plattformen erscheinen nach wie vor namenlos auf den Social Walls und können von den Viewern nicht identifiziert werden – eine verpasste Chance! Die Stadt Luzern hat dem entgegengewirkt und den bislang anonymen Torbogen vor dem Hauptbahnhof vor zwei Jahren mit dem Schriftzug “Willkommen in Luzern” versehen. Wetten, dass der Torbogen zahlreiche digitale Pinnwände auf der ganzen Welt dekoriert? Oder hätten Sie den Torbogen von Luzern ohne Beschriftung zuordnen können?

Bestehende Bühnen und Bauwerke stellen die einfachsten Inszenierungsflächen dar. Gleichzeitig weisen sie einen geringen Erlebnisfaktor auf. Können Besucher mit dem Event oder einem Markenbotschafter interagieren, wird es erst richtig spannend. Ein Foto mit dem Star der Veranstaltung, sich in seinem Traumwagen ablichten lassen oder eine Olympia-Medaille um den Hals hängen, macht nicht nur Spass, sondern generiert von der Community auch zahlreiche Likes, Shares und Kommentare. Ein Beispiel: Die UEFA ermöglicht ihren Hauptpartnern, mit dem Pokal der Champions League auf Tournee zu gehen. Auf der sogenannten Trophy Tour lassen sich jährlich Tausende von Fans mit dem Pokal ablichten. Und sollten Stars oder Trophäen nicht vorhanden sein, freuen sich Besucher bereits, mit einer Attrappe zu posieren, oder sich vor dieselbe Logo-Wand wie ihre Idole zu stellen. In den USA lädt der Autohersteller KIA Besucher von Musikfestivals in eine Waschanlage für Menschen ein, in der sie Preise gewinnen und eine Party feiern können. Neben tausenden begeisterten Besuchern gab es mehrere Millionen Impressions auf Social Media.

India Art Fair 2017 (MCH Group)

Will man Selbstinszenierungsmöglichkeiten schaffen, finden sich unzählige Möglichkeiten. Für Veranstalter und Marken gilt es, einen echten Mehrwert für ihre Besucher zu schaffen und sie so bei der Selbstinszenierung zu unterstützen.

Wie „Instagrammable“ ist Ihr Event oder Messestand? Laden Sie Ihre Besucher bereits zum Fotografieren und Teilen ein oder überlassen Sie die Suche nach spannenden Sujets Ihren Gästen? Mit gezieltem Self-staging kann Ihre Veranstaltung innert kürzester Zeit und mit geringen Mitteln ganz neue Zielgruppen erreichen. Wird der richtige Hashtag mitkommuniziert, lassen sich nach dem Event die Ergebnisse zudem mustergültig nachvollziehen.

Dieser Text erschien auf dem Blog unserer Kollegen von Reflection Marketing.
 
Harry Hofstetter

Veröffentlicht unter:

Kommentar verfassen

 
 

 
Captcha
Datenschutz