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Igeho 2019: Sterneköche, Roboter, Hospitality-Trends

Publiziert am 07.11.2019 von Christoph Spangenberg

Sterneköche und Roboter, Expertentalks und Genusstouren, eine neue Gastmesse und gut 650 Aussteller: An der Igeho trifft sich vom 16. bis 20. November die Schweizer Hospitality-Szene. Rund 70'000 Personen aus Hotellerie, Gastronomie, Take-away und Care werden in der Messe Basel erwartet. Für Corinne Moser ist es die erste Igeho als Messeleiterin a.i., die vierte als Kommunikationschefin. Im Interview spricht sie über die diesjährigen Highlights, die Herausforderungen bei der Organisation und den Einfluss der Digitalisierung auf die Branche.

Corinne, wir sind kurz vor Messebeginn. Wie ist die Stimmung?

Die Stimmung ist angespannt, aber gut, wie immer kurz vor Messebeginn. Das ganze Team setzt sich mit viel Enthusiasmus und Herzblut für eine erfolgreiche Igeho ein. Dabei hat im Verkaufsteam die Zufriedenstellung der Aussteller oberste Priorität. Es gilt, letzte Wünsche zu erfüllen und auch für unkonventionelle Anliegen kreative Lösungen zu finden – sei es per Mail, am Telefon oder direkt beim Aufbau vor Ort. In der Kommunikation tun wir alles, um die Vorfreude auf die Messe in der Branche zu steigern. Ich glaube, das gelingt uns ganz gut. Es darf nun endlich losgehen!

Was ist neu in diesem Jahr an der Igeho?

Erstmals findet die Gastmesse DRINKafFAIR an der Igeho statt. Als Spirituosen-Fachmesse spricht sie die gesamte Bar- und Nightlife-Szene an. Mit der DRINKafFAIR erweitern wir gezielt unsere Aussteller- und Besucherzielgruppen. Unsere Aussteller sind nach wir vor am Wichtigsten für eine erfolgreiche Igeho. Sie sind es, die Produkte und Dienstleistungen präsentieren, die Trends lancieren.

Spannend wird auch die Live-Experience-Show "Robolution". Sie zeigt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Robotern wie Pepper, Heasy & Co. in der Hospitality-Industrie.

Neu sind zudem unsere Genusstouren. Auf der Tour "Klassiker Igeho" besuchen die Teilnehmer fünf Basler Gastrobetriebe und lassen ihren Gaumen verwöhnen. "UrbanKaffee Igeho" entführt in die 400-jährige Geschichte der Basler Kaffeekultur.

Was sind die diesjährigen Highlights der Igeho?

Der Igeho Campus powered by HotellerieSuisse liefert zum dritten Mal geballtes Wissen und viel Inspiration in Form von Impulsvorträgen und Talkrunden. Welche Trends bieten einen Mehrwert? Wie mache ich meinen Betrieb fit für die Zukunft? Was ist den Gästen und Mitarbeitenden von morgen wichtig? Dies sind nur drei von vielen spannenden Themen, die unsere Experten aufgreifen. In einer Lounge können die Besucher sich mit Referenten und Branchenkollegen auszutauschen.

In der Kocharena lassen sich Sterneköche und Jungtalente in die Töpfe blicken und verraten ihre persönlichen Erfolgsrezepte. In diesem Jahr freuen wir uns unter anderem auf die Kochkünstler Tanja Grandits (Stucki, Basel), Tim Raue (Restaurant Tim Raue, Berlin) und Patrick Mahler (Focus, Vitznau).

Zu unseren weiteren Höhepunkten zählen das Restaurant CH, das U21-Nachwuchsprogramm, die Food Truck Area, die Newcomer's Area, die Kompetenz Spa und natürlich die DRINKafFAIR.

Welche Bedeutung hat die Igeho für die Branche?

Die Igeho ist und bleibt der wichtigste Treffpunkt der Hospitality-Branche in der Schweiz. In der Schweiz sind rund 260'000 Personen in der Hospitality-Industrie beschäftigt. 70'000 davon kommen an die Igeho, das spricht für sich.

Unsere Besucherstruktur bildet den Markt ziemlich genau ab. Zu uns kommen die Vertreter der grossen Ketten genauso wie die Gastronomin vom Land. Weil es in der Schweiz beinahe fünfmal so viele Restaurants wie Hotels gibt, überwiegt der Anteil an Gastronomen. Wir freuen uns besonders, dass mehr als zwei Drittel der Besucher in ihren Unternehmen Entscheidungsträger sind.

Mit rund 650 Ausstellern, davon sind 187 erstmals dabei, haben wir ein repräsentatives Ausstellungsangebot, dazu zahlreiche Highlights und Begleitveranstaltungen.

An der Igeho sind zahlreiche internationale Firmen präsent. Wie wichtig ist der Schweizer Markt?

Viele Unternehmen testen ihre Produkte im anspruchsvollen Schweizer Markt, bevor sie international gehen, gerade im Kaffee-Bereich. Natürlich ist der Schweizer Markt auch wegen des starken Frankens für ausländische Unternehmen interessant. Der Anteil an Firmen aus dem Ausland ist stabil, wir fokussieren uns vor allem auf den Schweizer Markt.

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Igeho und auf die Branche?

Die Hospitality ist nach wie vor ein People-Business, wo sich Menschen begegnen, Lebensmittel riechen und Produkte anfassen wollen. Ein virtueller Kaffee schmeckt nicht. Das macht die Igeho als Branchenplattform zum Muss für alle Marktteilnehmer der Hospitality-Industrie. Hier verbinden wir Analoges und Digitales.

Die Digitalisierung hat, wie vermutlich überall, grossen Einfluss auf die Branche. Dies thematisieren wir verschiedenen Orts. Im Igeho Campus powered by HotellerieSuisse geht es beispielsweise darum, wie man die Digital Customer Journey für mehr Effizienz nutzen kann und wie das Internet of Things in einem Smart Hotel aussehen wird.

Viele unserer Aussteller bieten digitale Lösungen an. Pogastro.com beispielsweise ist ein Gastromarketing-System, das Gäste in einem bestimmten Zeitfenster und einem bestimmten Umkreis mit appetitlicher Onlinewerbung anspricht. Yoordi ist ein Programm, mit welchem der Gast ohne zusätzliche App die Speisekarte lesen, bestellen und bezahlen kann. Die App "Too Good To Go" hat sich dem Vermeiden von Food Waste verschrieben. Betriebe können dort nicht mehr benötigte Lebensmittel zu einem geringen Preis anbieten. An der Igeho arbeitet "Too Good To Go" mit ausgewählten Ausstellern und Partnerbetrieben zusammen. Freuen Sie sich von Samstag bis Dienstag jeweils kurz vor Messeschluss auf gutes Essen zum kleinen Preis. Die Live-Experience-Show "Robolution" habe ich ja bereits erwähnt.

Was sind die Herausforderungen bei der Organisation einer Messe?

Als Messe bilden wir den Markt ab. Da dieser sich gerade im Hospitality-Bereich fortwährend wandelt und weiterentwickelt, haben wir vor jeder Igeho die spannende Aufgabe, uns neu zu erfinden. Wo geht es hin, was sind die kommenden Trends? Wie können wir dies an der Igeho abbilden? Wir sind natürlich auch offen für Ideen von aussen. Wenn jemand einen guten Vorschlag hat und dieser in unser Konzept passt, versuchen wir, ihn in das Programm einzubauen. Es geht darum, sicherzustellen, dass die Igeho auch künftig der Ort ist, wo sich Angebot und Nachfrage treffen – und die Igeho der relevanteste Hospitality-Treffpunkt in der Schweiz bleibt. Wenn wir dazu beitragen können, dass die Igeho als Begegnungsplattform dem persönlichen Wissens- und Informationsaustausch dient, haben wir unseren Auftrag erfüllt.

Ihr arbeitet zwei Jahre auf die Igeho hin. Was sind eure Aufgaben, wenn sie dann beginnt?

Wenn die Messe ihre Tore öffnet, müssen wir unser Versprechen einlösen: perfekte Gastgeber sein. Wir garantieren, dass in der Halle alles läuft und sind Ansprechpartner für alle Anliegen unserer Aussteller. Wir betreuen die Presse, Fotografen und Filmer, bespielen unsere Social Media Kanäle. Ist die Messe angelaufen, führen wir Gespräche und holen die Kundenzufriedenheit ab. Wir haben alle zwei Jahre ein Fenster von fünf Tagen, an denen wir das Zentrum der Hospitality-Welt sind. Diese Zeit gilt es maximal zu nutzen. Die Igeho ist ein People-Business. Deshalb zeigen wir uns auch an Social Events von Partnern und Ausstellern. So kann es vorkommen, dass wir bis lange nach Messeschluss unterwegs sind… perfekte Gastgeber eben!

Wie misst man eigentlich den Erfolg der Igeho?

Die Anzahl an Fachbesuchern und Ausstellern ist ein erstes Indiz. Darüber hinaus sind wir im engen Austausch mit allen Ausstellern. Ausserdem machen wir eine unabhängige Befragung von Ausstellern und Besuchern. Erfolg lässt sich heutzutage nicht mehr ausschliesslich darüber definieren, wieviel am Stand verkauft wurde. Es ist möglich, dass Teile des Geschäfts im Nachhinein via Skype, Facetime etc. initiiert oder vertieft werden. Wir können übrigens klar zeigen, dass Aussteller umso erfolgreicher sind, je sorgfältiger sie ihren Auftritt planen und je personalisierter sie ihre Kunden einladen. Genauso wichtig wie die Einladungen und die Gespräche vor Ort ist die Nachbearbeitung der Messekontakte.

Igeho
Internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Take-Away und Care
16. bis 20. November 2019
Messe Basel
www.igeho.ch

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Christoph Spangenberg

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